Schimpf und Schande

A photo by Philippe Mignot. unsplash.com/photos/Afqw8XrP1V8

Ob man denn nie einfach mal im Trockenen erwachsen werden könne, fragte er sich mit Gelegenheitszittern im Gepäck, während die Gassen seiner allmählichen Heimatstadt verschwammen. Es waren dieselben, die in grauer Vorzeit von drei langen, flackernden Schatten auf der Suche nach dem rechten Weg bevölkert worden waren. Brücken hatten sie überquert und Gartenzäune bestiegen, und zusammengebrochen waren sie unter der Last von fremden Ansprüchen, bis der Morgen tagte, wie es ein Jahr später Vertriebskongresse tun würden. Und auch, wenn sie kaum jemals etwas über den nächsten Tag wussten – der Horizont an klaren Wochenenden hatte sie gerettet. Weiterlesen

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Nachspiel

nachspiel

Alles neu. Alles anders. Eine märzbrisenförmige Ahnung von Fortschritt lässt mich aufschrecken.
Die hohe Wand vor mir wirkt so weiß getüncht, als hätte sie nie das Tageslicht erblickt, denn Sonnenstrahlen lassen bekanntlich vergilben. Simpel, rein und unschuldig steht sie da – gleich einem blanken Blatt Papier, nur um ihrer selbst willen existierend. Die Möglichkeit eines Beschreibers, Wortkünstlers, Graffiti-Sprayers von vornherein ausgeblendet, keine Bühne für Fremdprojektionen jeglicher Art. Kein Bedarf an skriptbasierter Selbstoffenbarung oder auch nur dem winzigsten Versuch, irgendetwas darzustellen. Der Ist-Zustand in seiner klarsten Form, ausgesetzt einem unbekannten Publikum, doch das nur als notwendige Begleiterscheinung des Erzählens. Keine klammheimlich angehefteten Intentionen, keine Fußnoten, bloß die harten Fakten. Weiterlesen

Mittelstadtwinter

A photo by Martin Wessely. unsplash.com/photos/NYxxuBSQzp4An einem großteils bewölkten Dienstag von nicht näher geklärter Bedeutsamkeit sprengte ich den Rahmen.
In jener Zeit standen die Dinge nun einmal so, dass allgemeine Resignation vorherrschte, mitunter gar diffuser Weltschmerz, umherschleichende Alltagsverweigerung und viel leisere Anklänge von frisch gesäter Heiterkeit, als man es vielleicht für möglich gehalten hätte. Für die war es ganz einfach nicht der richtige Zeitpunkt und auch nicht die Stimmung, denn allmählich wurden mir sämtliche Ausbrüche grenzenloser Wissbegier immer unbegreiflicher Weiterlesen