zeitvergeistigt

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Nachspiel

nachspiel

Alles neu. Alles anders. Eine märzbrisenförmige Ahnung von Fortschritt lässt mich aufschrecken.
Die hohe Wand vor mir wirkt so weiß getüncht, als hätte sie nie das Tageslicht erblickt, denn Sonnenstrahlen lassen bekanntlich vergilben. Simpel, rein und unschuldig steht sie da – gleich einem blanken Blatt Papier, nur um ihrer selbst willen existierend. Die Möglichkeit eines Beschreibers, Wortkünstlers, Graffiti-Sprayers von vornherein ausgeblendet, keine Bühne für Fremdprojektionen jeglicher Art. Kein Bedarf an skriptbasierter Selbstoffenbarung oder auch nur dem winzigsten Versuch, irgendetwas darzustellen. Der Ist-Zustand in seiner klarsten Form, ausgesetzt einem unbekannten Publikum, doch das nur als notwendige Begleiterscheinung des Erzählens. Keine klammheimlich angehefteten Intentionen, keine Fußnoten, bloß die harten Fakten. Weiterlesen

Mittelstadtwinter

A photo by Martin Wessely. unsplash.com/photos/NYxxuBSQzp4An einem großteils bewölkten Dienstag von nicht näher geklärter Bedeutsamkeit sprengte ich den Rahmen.
In jener Zeit standen die Dinge nun einmal so, dass allgemeine Resignation vorherrschte, mitunter gar diffuser Weltschmerz, umherschleichende Alltagsverweigerung und viel leisere Anklänge von frisch gesäter Heiterkeit, als man es vielleicht für möglich gehalten hätte. Für die war es ganz einfach nicht der richtige Zeitpunkt und auch nicht die Stimmung, denn allmählich wurden mir sämtliche Ausbrüche grenzenloser Wissbegier immer unbegreiflicher Weiterlesen

fremddefinition

waldgeister

sie überschreitet
deine grenzen im sekundentakt
und fügt sich
nur der zeit die voranfliesst
so oft du gehst in gleicher form
wie noch vor der ersten lüge
und doch
eigentlich vollkommen
anders

sie missachtet
die regeln des kalten krieges
in hoffnung auf das leben
welches sie einst führen wollte
und dessen umriss
der fahle abglanz
suchend nach gestalt
ihr ewig
im gedächtnis
bleibt

sie durchbricht
das starre protokoll
zugunsten der momentaufnahme
die in fragilem zeitenzauber
stellt die fragen
zukunftsschwer und lichtbenetzt
in menschenleerem raum
mit der option auf
besserung

sie
zählt nun
die dunklen tage
und erwartet
das kerzenlicht mit
bang durchblicktem
erinn’rungsmut