Vorwandslos

img_2061

Er fände nie die richtigen Bilder, meinte er, nicht diejenigen, die die halbe Welt bedeuten und manchmal auch nur sie. Es sei auch nicht die seine, sondern fremdes Land auf weiter Flur, die Möglichkeiten viel zu groß zum Entscheid. Davonfließend im Dauerstrom, in etwa gleich benannt und über Wochen verteilt. Denn wer könnte ihm nicht absoluten Glauben schenken? Dem Großen, dem Ganzen und allen Details dazwischen, die das Kunstwerk am Leben erhalten? Wie lange noch die Seiten zerklüften, fragt es aus grober Nähe, bevor auch diese Bombe platzt. Zwischenzeilig ist längst alles geklärt, ein Spiel mit fatalem Ausgang, samt der Gesellschaftsverhältnisse im Gleichschritt. Uhren ticken, Kreisel drehen sich inmitten der affektinduzierten Gehege. „Hierin lebt ein weiteres seiner Art, vom Zeitenwandel bedroht und dennoch fleißig am Nachforschen, bis wann diesem noch beizukommen ist. Treten Sie näher, doch starren Sie bloß, angreifbar ist hier lediglich die Arbeitsmoral.“ Die Quadratur des Zirkels ruft nach Abschied, nur er bleibt stumm, um die Berechnung von Zufällen wissend wie kein and’rer zuvor. Dann werden wir wieder, und dort, gegenseitig und im besten Fall auch ohne Ende – gedacht, gesehen und gelaufen, jeder Schritt eine Scherbe im Glaspalast. Die Worte noch bleiern und voller Schlingen, doch Festhalten muss sein, an Zeiten wie an der Leinwand.

Doch nun habe ich sie gesehen, selbst und unvermeidlich: Feine Tupfen auf der Seide, die Hand zerschrammt vor Perfektion. Schönste Unerträglichkeit des Scheins, wie konnte man nur? Seine Beteuerung verfließt im vergangenen Monat, die Zukunft ungewiss und dünn beschrankt. Siehst du nicht, Seitengängerin, wie die Geheimnisse abtropfen wie die älteste Feindschaft nach dem dritten Glas? In vino periculum, das sag ich dir, und kein Punkt mehr über die Unterschwelligkeiten der gerüchtestreuenden Oberklasse. Nur wie die Quoten aktuell stehen, das wüsste ich ganz gern, aber mehr dazu vom Regisseur der Gesamtszenerie, wie grottenschwarz sein Humor inzwischen auch sei. Setzt man heutzutage schon auf ein neues Pferd? Und verzeih die lautverschobenen Floskeln, mir war nur kurz nach einer neuen Perspektive. Selbst Fallschirme vermochte man mir nicht zu leihen, aber vielleicht gelänge noch ein letzter Vorschlag: Vergessen wir uns doch und betrachten dabei die Sterne, besonders jenen über der fernen Stadt, längst ist er Geschichte und funkelt – ach! – so schön. Lass uns die Bedeutung aufspalten, ich behalte sie ganz, Ideale ausloten und viel zu viel um die Ecke vermuten. Feuerwerke aneinanderreihen, sodass sich die Explosionen berühren, schwerelos und funkenbunt (und jeder Pinselstrich sitzt!), bis die Mixtur ins Unverkennbare schwingt    und das alles in einen längst überfüllten Satz gießen, den ausnahmslos niemand verstehen kann.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s