Prokrastinationsnaturalismus

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Viel zu viel Schnee und Theorien, doch nicht das geringste Wort davon, dass es mich freuen würde. Stiltypologie des Menschen, der sich so lange im Reflexionsmodus hält, bis die Möglichkeiten an Substanz verlieren und mit dem Staub der Jahrhunderte von den Litfaßsäulen bröckeln. Sonderbar widerstandslos und watteweich fühlt sich die Luft an, deren Kohlenstoffgehalt nicht durch die Endprodukte einschlägiger lautlicher Äußerungen angereichert wurde. Im innersten Grund ist alles mess- und erklärbar, auch das viertelsekündliche Pochen und der Tremor des musculus flexor pollicis longus, der seit der Einuhrpause nicht mehr verschwinden will. Auch die beständige Unterkühlung der Oberfläche, die allen Strohfeuern zum Trotz den Fokus wahrt, auf das Jetzige, das ganz und gar Unmögliche. Im innersten Grund ist das Einzige, was brennt, eben derselbe, doch noch ist genug da zum Nachlegen und Betrachten der Momentaufnahme auf Goldfolie, und die schwärzenden Schrammen auf der Rückwand stören nicht, sie treten zurück hinter die Nebeneffekte der prestigeträchtigen Zusatzarbeit. (Im Abseits fangen Topjobs an, musste ich grinsen, als am 19. 01. um 16.03 Uhr die Lautsprecher schrillten und mich vom Seitengang der Bildungswelt aufgabelten.) Wir meinen niemals, was wir sagen, denn manche Dimensionen sind uns eine Nummer zu groß, als ob ich dieses Nischendasein noch nie zuvor geführt hätte. Und doch, die alten Männer hatten recht, es ist das Schweigen, aus dem die wahren Werke entstanden, das die Spannung am Leben erhält und die Feder am Kratzen, sie sollte dringend mal getauscht werden. Wir wissen und wir sind, aber beides nur in Maßen, die wir selbst festlegen. Bloß können die Überleitungen mitunter auch morsch und brüchig sein, jeder Sprung potenziell ein Sturz ins Leere, und die Poetologie des Wissens verspricht mehr, als sie zu geben bereit ist, wenn sich die Grenzen zugunsten des Sagbaren verschieben und bei der Raumaufteilung doch auf die zeitliche Dimension vergessen. Doch der Weg ist noch weit, und unabsehbar die Menge der Implikaturen, über die man auf eben jener langen Reise zu stolpern pflegt.

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